Dahlen - Tor zur Dahlener Heide
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Staatlich anerkannter Erholungsort Schmannewitz
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Der wohl bekannteste Ferienort in der über 100 jährigen Geschichte des Fremdenverkehrs in der Dahlener Heide ist Schmannewitz. Seit vielen Jahren gilt der Ort als Inbegriff dieses Erholungsgebietes.

Es gibt ein großes Angebot an Fremdenzimmern, so dass Schmannewitz zur Hochsaison die Besucher gut unterbringen kann. Das Freizeit- und Erholungsprogramm bietet, angefangen mit dem Waldbad samt seiner Riesenrutsche, über das Tiergehege, dem Bauernmuseum, der Bockwindmühle bis hin zu Kutsch- und Kremserfahrmöglichkeiten, eine breite Palette.

Ortseingang Schmannewitz

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Eine kulturhistorische Sehenswürdigkeit besitzt Schmannewitz mit seiner barocken Dorfkirche. Sie wurde als einschiffiger Bau 1731/32 errichtet, der achteckige Turm un die Innenausstattung mit den Emporen stammten vom Ende des 18. Jahrhunderts. Eine Überraschung erlebten die Schmannewitzer, als man 1961/62 den Turm umbaute. Dabei fand man ein acht Seiten umfassendes altes Pergament aus dem hervorging, dass der Entwurf für die Schmannewitzer Kirche von dem berühmten George Bähr stammte, dem Baumeister der Frauenkirche in Dresden. Gut erhalten ist auch die Orgel. Wer zum richtigen Zeitpunkt in Schmannewitz Urlaub macht, der kann hier herrliche Konzerte erleben - so z.B. immer einmal im Jahr mit dem ehemaligen Gewandhausorganisten und bekannten Orgelvirtuosen Matthias Eisenberg, der dann zum Benefiz-Konzert einlädt. Wer in Schmannewitz ist, sollte sich dieses architektonische Kleinod nicht entgehen lassen.

Ebenfalls einen Besuch wert ist das "Bäuerliche Museum" in der Dr.-Alfred-Brehm-Straße. Untergebracht in einem alten nordsächsischen Mittelbauernhaus, zeigt es sehr anschaulich die Arbeits- und Lebendbedingungen der Heidebewohner aus der Zeit vor über 100 Jahren. Der einstige Hausrat, die Produktionsinstrumente, Wäsche- und Kleidungsstücke sind nur eine kleine Auswahl der gezeigten Exponate.

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© Stadt Dahlen

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Die 800jährige Geschichte des Ortes ist geprägt von wechselvollen Ereignissen. 1198 wurde Schmannewitz erstmals urkundlich erwähnt. Slawische Siedler gründeten die Ansiedlung, deutsche Kolonisten - die Mitte des 12. Jahrhunderts zuwanderten - erweiterten den Ort zu einem Straßenangerdorf. Dreiseitenhöfe, die von Halb- und Viertelhüfnern bewirtschaftet wurden - zogen sich an der heutigen Torgauer Straße hin. Über viele Jahrzehnte betrug deren Zahl genau 34. Zu jedem Hof gehörte ein Stück Wald, was den Besitzern ein Einkommen durch den Holzverkauf und der Waldweide verschaffte. Der Dreißigjährige Krieg ließ lange Zeit sichtbare Wunden in Schmannewitz zurück - noch sieben Jahre nach Kriegsende waren dreiviertel aller Höfe verwüstet. Ebenso forderten Pest, Unwetter, Dürren und Hungersnöte regelmäßig ihre Opfer unter der Bevölkerung. Die den Ort durchquerende Heeresstraße sorgte auch in den folgenden Kriegen für nicht gerade berichtenswerte Ereignisse. Die zusätzliche Belastung durch das Dahlener Rittergut war ein weiteres Handikap für die Schmannewitzer Einwohner.

Erst der um 1875 beginnende Fremdenverkehr schuf dann eine neue Einnahmequelle, die in den folgenden Jahrzehnten immer weiter ausgebaut wurde. Ab 1882 fuhren schon regelmäßig Sommergäste nach Schmannewitz, deren Anzahl bis kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges in eine kaum noch zu überschauende Größenordnung wuchs. Der bekannte Zoologe und Weltreisende Dr. Alfred Brehm soll der Begründer und Entdecker der Schmannewitzer Sommerfrische gewesen sein - an seinem 50. Todestag 1934 wurde ihm zu Ehren der Gedenkstein "Brehms Ruhe" im Wald nördlich von Schmannewitz vom örtlichen Verschönerungsverein errichtet.

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Einen weiteren Aufschwung in Sachen Tourismus erlebte Schmannewitz nach dem 1. Weltkrieg. Nunmehr als anerkannter Luftkurort zum Begriff geworden, brach eine gute Zeit für Pensionen und Hotels an.

1927 erfolgte der Ausbau des "Naturbad Waldteich" - nun mit Gaststätte, Freisitz, Badekabinen, Holzlaufsteg, Rutschbahn und Bootsverleih. Selbst die Leipziger scheuten damals den langen Weg nach Schmannewitz nicht, um hier Erholung und Ruhe zu finden. Mit dem 2. Weltkrieg erlitt der Fremdenverkehr einen spürbaren Einbruch, unter anderen wurde das Gelände am Waldteich eingezäunt und als Gefangenenlager genutzt.

1949 ging die Gemeinde daran, die Fremdenverkehrseinrichtungen wieder instand zu setzen. Seit 1955 war Schmannewitz anerkannter FDGB-Ferienort, was der innerörtlichen Infrastruktur sehr zugute kam. Bis zu 16.000 Urlauber und Kurgäste erholten sich hier in den Folgejahren jährlich. In dieser Zeit wurde auch das Tiergehege geschaffen. Heute bestimmt nach wie vor der Fremdenverkehr das Geschehen. Viele Schmannewitzer bieten Zimmer, Ferienwohnungen und Pensionen an - im ländlichen Stil gehaltene Hotels und Gaststätten ergänzen das Angebot.

Auch die im Jahre 1996 eröffnete Christiaan Barnard Klinik (Zentrum für Herz-,Kreislauf- und Gefäßerkrankungen und Hämato-Onkologie) und die Rehabilitationsklinik Dahlener Heide (Fachklinik für Orthopädie und Psychosomatik), sorgen für einen noch stärkeren Publikumsverkehr.


Schmannewitz wurde im Jahre 2005 mit der Ehrenurkunde vom Freistaat Sachsen als "Staatlich anerkannter Erholungsort" ausgezeichnet.

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Christiaan Barnard Klinik

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Reha-Klinik "Dahlener Heide"

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